Von Euklid bis zum Gaon von Wilna in einem Buch

Obwohl die Sammlung hauptsächlich aus religiösen Büchern besteht, zeigt sich die Einzigartigkeit der Breslauer Sammlung in den vielen nicht-religiösen Büchern, die sie enthält. In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag haben wir bereits die erste hebräische Übersetzung von Shakespeare besprochen, die in unserer Sammlung gefunden wurde («Ein aus Rache übersetztes Buch» 13.10.2020). Nun möchten wir jedoch ein Buch aus dem Bereich der exakten Wissenschaften vorstellen.

Sefer Oklidus (Das Buch Euklid), Haag, 1780. Breslauersammlung BH 32

Euklid von Alexandria(ca. 367–283 v. Chr.) war ein griechischer Mathematiker und gilt als Vater der Geometrie. Sein einflussreichstes Buch „Die Elemente“, befindet sich in unserer Sammlung in seiner ersten Übersetzung ins Hebräische. „Sefer Oklidus“ (Das Buch Euklid) wurde 1780 in Haag vom berühmten Drucker Leib Zusmench gedruckt und ist ein weiterer Beweis für den reichen und ungewöhnlichen Lehrplan, den man im Breslauer Rabbiner Seminar erlebt hat. Es war mehr als ungewöhnlich, dass Jeschiwa oder Rabbinerschulen etwas anderes als Tora und Halacha unterrichteten, aber die Tatsache, dass dieses Buch seinen Weg in die Bibliothek des Seminars fand, zeigt uns den innovativen Versuch, das Judentum dort zu modernisieren.

Baruch Schick von Shklov (1744-1808) der Übersetzer des Buches, war bekanntermassen einer der Pioniere der jüdischen Aufklärungsbewegung und der Erste, der aus dem Englischen ins Hebräische übersetzte. Mangels wissenschaftlicher Konzepte war es fast unmöglich, ein Buch, wie das, was uns vorliegt, zu übersetzen, ohne die Sprache neu zu erfinden. Baruch von Shklov war einer der ersten Erneuerer der modernen hebräischen Sprache, und dieses Buch ist ein lebendiger Beweis dafür. Interessant und verwirrend ist die Verwendung hebräischer Buchstaben als Zahlen.

„כפי מה שיחסר לאדם ידיעות משארי החכמות, לעומת זה יחסר לו מאה ידות בחכמת התורה, כי התורה והחכמה נצמדים יחד“

Eine äusserst interessante Sache wird uns in der Einleitung des Buches fast beiläufig mitgeteilt. Daraus erfahren wir etwas über die enge Beziehung des Autors zu niemand anderem als dem Gaon von Wilna (1720-1797), der diese Buchübersetzung nicht nur genehmigte, sondern tatsächlich darum bat. Das genaue Zitat des Gaons stammt von Shklov in seiner Einleitung und ist seitdem ein Zeichen seiner Weisheit und Offenheit: «Was einem Menschen an anderer Weisheit fehlt, wird ihm hundertmal mehr an Weisheit der Tora fehlen, weil die Tora und die Weisheit aneinander haften».

Rabbi Hirsch Baschwitz Besitzvermerk

Wie viele unserer Bücher trägt auch dieses den Besitzvermerk eines Vorbesitzers. diesmal ist es Rabbi Hirsch Baschwitz (1753-1837), ein Buchdrucker und Verkäufer, der 20 Jahre lang als Rabbiner für die Gemeinde Frankfurt an der Oder tätig war, da kein Rabbiner gefunden wurde, der diese Position besetzen konnte.

Eine kurze biografische Notiz über Euklide, handgeschrieben von Rabbi Hirsch Baschwitz

Chanukka in den Büchern der Breslauer Sammlung

Chanukka ist in der Tat ein Feiertag ohne einen dazugehörigen kanonischen Text. Es gibt jedoch Erwähnungen von Chanukka und der Geschichte von Channuka in deuterokanonischen Texten und Büchern, die nicht speziell für Channuka geschrieben wurden. Aus diesem Grund wurden viele Versuche unternommen, Chanukka-Anthologien zu erstellen: Bücher, die all diese Teile sammeln und versuchen, sie zusammenzusetzen. Diese Anthologien umfassen normalerweise Teile der beiden Bücher der Makkabäer, Erwähnungen von Chanukka aus dem Talmud, Geschichten der Chassidim, Gedichte, Lieder und so weiter.

Asher Anshil Grünwald, „Ner Mitzwa“. Uschhorod, 1929. Breslauersammlung BH 64


Einen schönen Versuch für eine solche Anthologie finden wir in unserer Sammlung mit dem Buch „Ner Mitzva“ (die Kerze des Gebotes). Dieses Buch wurde 1929 in Uschord, Ukraine, von R. Asher Anshil Grünwald geschrieben und verkündet selbst, „alle Angelegenheiten von Chanukka“ zu enthalten. Abgesehen von allen Regeln und Streitigkeiten über das Ritual des Kerzenanzündens, enthält das Buch Erwähnungen und Hinweise auf den Feiertag im Talmud, Gedichte, Lieder und Piyutim. Des Weiteren sind Teile der historischen und unkanonischen Texte, die die Geschichte von Chanukka erzählen, wie die Bücher der Makkabäer oder die Antiochos-Megilla, abegdruckt.

Psalm 67 in Form einer Menora. Nach der Tradition besteht eine Verbindung zwischen diesem Psalm und Chanukka.


Ein weiteres sehr einzigartiges Buch in der Sammlung ist Sefer Hachashmonaim („die Hasmonäer“), geschrieben 1816 in Prag von Jsaschar Beer Schlesinger (1773–1836), einem Dichter aus der Haskala-Generation (jüdische Aufklärung). Der Dichter versuchte, die vergangenen Elemente der Makkabäer-Zeit in die aktuellen poetischen Motive des frühen 19. Jahrhunderts zu integrieren. Das Buch ist daher eine einzigartige Kombination von biblischen Motiven mit Elementen des 19. Jahrhunderts, und man kann im selben Vers eine Erwähnung von Jehuda ha-Makkabi zusammen mit Dante, Milton und Sokrates finden.

Jisaschar Beer Schlensinger: Sefer ha-Hashmonaim (Die Hasmonäer) Prag, 1816. Breslauersammlung BH 343

Ein sehr interessanter Teil dieses Textes ist die Erklärung, die am Ende dieses Buches kommt. Aus Angst vor Missverständnissen, erklärt Schlesinger entschuldigend, dass sein Text nur im Kontext der Zeit des Hasmonäer zu lesen ist. Er betont seine Wertschätzung für die Christen seiner Zeit und führt aus, dass jedes Mal, wenn ein Nichtjude negativ erwähnt wird (ערלים, זרים, נכרים, גוים), dies nur für die „asiatischen Griechen“ der Hasmonäer-Zeit gilt.

Noch ein weiteres Buch in der Breslauersammlung, das sich mit Chanukka befasst, ist „Sefer Minhagim“. Dieses Buch, das ursprünglich 1566 von Rabbi Isaac Tyrnau in Venedig geschrieben wurde arrivierte zu einem der beliebtesten Bücher, um die verschiedenen Rituale der jüdischen Religion zu erklären. Auf den wenigen Seiten über Chanukka wird zum Beispiel erklärt, wie die Kerzen angezündet werden (zum Beispiel aus welcher Richtung man sie anzünden sollte), die Reihenfolge des Kerzenanzündens an Schabbat oder was eine Person tut soll, wenn sie weit weg ist von zu Hause aus und daher keine Kerzen anzünden kann.

Rabbi Isaac Tyrnau: Sefer Minhagim (Das Buch der Rituale), Amsterdam, 1681. Breslauersammlung BH 537

Die Ausgabe in der Breslauersammlung stammt aus dem Jahr 1688 und wurde in Amsterdam gedruckt. Wie viele Bücher in der Breslauer Bibliothek enthält dieses Buch Spuren seiner früheren Besitzer. Auf der ersten Seite wird in Handschrift offenbart, dass dieses Buch im Besitz des berühmten Abraham Cohn von Posen war, ein jüdischer Gelehrter und einer der Pioniere der erneuerten hebräischen Sprache im 19. Jahrhundert.

Eine handschriftliche Eigentumsunterschrift von Abraham Cohn in hebräischer und deutscher Sprache.
das Kapitel über Chanukka in Sefer Minhagim

Mit beweglichen Rädern und schönen Illustrationen ist dieses Buch ein grossartiges Beispiel dafür, wie fortschrittlich der hebräische Buchdruck im frühen 18. Jahrhundert war.

„Sefer Evronot“ (Das Buch der Zeitrechnung) Offenbach, 1722. Breslauersammlung BH 686

Eines der am schönsten konstruierten und illustrierten Bücher der Sammlung ist „Sefer Evronot“. Das 1722 in Offenbach gedruckte Buch wurde ursprünglich von Rabbi Eliezer ben Jacob Beillin Ashkenazi, einem deutschen Gelehrten des 17. Jahrhunderts, geschrieben. Das Buch wurde erstmals 1615 veröffentlicht („Evronot“, Lublin, 1615). Der Kalender basiert auf der Arbeit von Rabbi Jacob Marcaria (Riva di Trento, 1561) und wurde durch die Hinzufügung einer runden Tabelle verbessert, die die Bestimmung von Feiertagen und anderen wichtigen Daten des jüdischen Kalenders erleichterte. Es wurde in Lublin (1640) und Frankfurt an der Oder (1691) nachgedruckt. Im Kapitel „Chodeshei ha’Notsrim“(Monate der Christen) werden die christlichen Feiertage in Deutschland, Polen und Russland sowie die Daten der Messen und Markttage aufgeführt, die das ganze Jahr über stattfinden.

Sefer Evronot wurde von Beilin als Handbuch vorbereitet, „um einem entwöhnten Kind zu helfen, das Gebot [der Mischna-Tora zu erfüllen] um zu wissen, wie man bestimmt, welcher der erste Tag eines jeden Monats des Jahres ist.“. Der jüdische Kalender ist luni-solar; die Monate werden vom Mond und das Jahr von der Sonne berechnet. Das Fachwissen, das benötigt wird, um die notwendigen kalendarischen Anpassungen vorzunehmen, erfordert für religiöse Juden die Beherrschung der Astronomie.

Eine Illustration, die erklärt, wie man die jüdischen Monate mit den einzelnen Fingern und der Handfläche berechnet.


Das Buch besteht aus beweglichen Rädern und Illustrationen von Rabbi Meir Natan Yehushua, die dem jungen Studenten helfen sollen, die Schwierigkeiten bei der Berechnung der jüdischen und nicht jüdischen Feiertage und anderer wichtiger Daten besser zu verstehen.

Ein Baum aus Worten

Wachsende Verse in Baumgestalt zur verherrlichung des R. Jacob Tam. Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars „Fraenckel´scher Stiftung“, Breslau 1888.

David Rosin (1823–1894) war jüdischer Theologe, Lehrer und Übersetzer. Er war einer der hervorragenden Studenten des Breslauer Seminars und kehrte zwanzig Jahre nach seinem Abschluss als Lehrer und Nachfolger von Emanuel Joël, einem der Gründerväter des Seminars, an seinen Studienort zurück. 1888 trug er mit einer Übersetzung zahlreicher Gedichte von Rabbi Ibn Esra zum Jahresbericht des Seminars bei.  Dabei stellte er seiner deutschen Übersetzung jeweils das hebräische Original gegenüber.
Das Gedicht, das wir Ihnen hier präsentieren, ist Rabbenu Tam (Jacob ben Meir Tam) gewidmet, einem Freund von Ibn Esra und Enkel des grossen Raschi. Ibn Esra hatte oft mit Formen von Wörtern und Sätzen gespielt und es wurde sogar gemunkelt, dass er Rabbenu Tam einmal gezeigt hätte, wie man aus Wörtern einen Golem erschaffen könne. Die Worte des vorliegenden Gedichts sind kunstvoll in der Form eines Baumes dargestellt; Rosin ist es gelungen, die Form des Baums auch in seiner deutschen Übersetzung beizubehalten. Der Baum hier repräsentiert den herausragenden Mann (Rabbenu Tam), der „in seinem Geiste und seiner reichen Gelehrsamkeit einen ganzen Garten schöpferischer Gedankensprossen [birgt]“.

Die Schweiz im 19. Jahrhundert durch die Augen eines Juden

Abraham Mendel Mohr – „Schwile Olam“ (die Pfade der Welt) Lemberg, 1856. Breslauer Sammlung Signatur BH 852

Der 1815 in Lemberg geborene Abraham Mendel Mohr verbrachte seine Jugend in einer Jeschiwa, lernte tagsüber Talmud und las nachts heimlich die verbotenen Bücher der Haskala (jüdische Aufklärung). Schon früh heiratete er die Tochter eines reichen Kaufmanns, wodurch er den grössten Teil seines Lebens mit Lernen und Schreiben verbringen konnte.

Mitte des 19. Jahrhunderts wandte er sich einem äusserst beliebten Genre seiner Zeit, dem Reisebuch, zu. In „Schwile Olam“ (1856) beschreibt er auf eine ganz persönlichen Weise und in schönstem Hebräisch detailliert die Landschaft, Wirtschaft, Religion und Kultur Europas.
Wir bringen Ihnen aus diesem Werk in Übersetzung einige sehr interessante und farbenfrohe Absätze, die sich mit der Schweiz des 19. Jahrhunderts befassen.

„Ein sanftes Land, dem die Natur die Schönheit vieler Farben und kostbare Dinge geschenkt hat. Dieses Land besitzt Schönheit, doppelt so viel wie jedes andere europäische Land. Eine Republik ohne Herrscher oder Rabbiner, frei wie ein Vogel hat sie keinen König … dieses Land ist das höchste aller europäischen Länder, und viele Berge bedecken es … seine Luft ist durchschnittlich und sehr gut, die Kälte des Winters stark und mutig und die Hitze des Sommers schwach und schlaff … der gute Käse, der aus der Milch seiner Kühe hergestellt wird, wird um die ganze Welt geführt und man kann keine Stadt in Europa ohne einen Schweizer Käse finden. Die besten Käsesorten sind Emmental, Simmental und Schabziger … die Menschen, die dort leben, zählen zwei Millionen und vierhunderttausend, wovon eineinhalb Millionen Protestanten sind, die der Luther-Religion folgen, der Rest sind katholischer Christen und drei tausend Söhne von Israels. Alle sind dem Geist treu, im Herzen ehrlich und fleissig. Sie sind sehr einladende Menschen, essen und trinken im richtigen Masse, sie sind Liebhaber der Freiheit und ihre Liebe zu ihrem Land ist so gross, dass sie oft sterben, wenn sie ein Land im Ausland besuchen…“

Abraham Mendel Mohr: 1815 – 1868 (National library of Israel – Schwadron collection)

Ein aus Rache übersetztes Buch

„Itiel – der Mohr aus Venedig“. übersetzt ins Hebräische von J.E.S (Jitzhak Eduard Selkinson), herausgegeben von Perez Smolanskin, veröffentlicht 1874 in Wien. Breslauersammlung HB 77

Unter den vielen religiösen Büchern der Breslauer Sammlung findet sich auch viel klassische Literatur: erste hebräische Übersetzungen von Platon, Homer, Sophokles und anderer klassischer griechischer Literatur, aber auch von klassischer westlicher Literatur wie Heine und Milton. Kürzlich ist uns eine eigenartige Übersetzung von Shakespeares „Othello“ begegnet, die 1874 in Wien veröffentlicht wurde.
Das Buch, das auf Hebräisch den hebräischen Titel „Itiel“ (Gott ist mit mir) trägt, enthält eine überraschende Einführung des Herausgebers, Perez Smolanskin (1842 – 1885), die wir hier zum ersten Mal in deutscher Sprache bringen:

Rache nehmen wir heute gegen das britische Volk. Es hat unsere heiligen Schriften genommen und mit ihnen gemacht, wie jemand mit seinem eigenen tut; sie kopiert und auf der ganzen Welt verstreut, als ob sie ihnen gehörte. und jetzt zahlen wir es ihnen mit gleicher Münze heim. Wir werden ihre kostbaren Bücher, ihre heilige Schrift, die Visionen von Shakespeare, nehmen und sie in unseren Besitz bringen, in unsere heilige Sprache. Ist diese Rache nicht süß?!“

Es ist möglich, dass dieses Buch das einzige Buch in der Geschichte ist, das aus Rache übersetzt wurde.

Das erste in hebräisch veröffentlichte Geographiebuch

„Igeret Orhot Olam“ (Traktat über die Wege der Welt), das 1524 vom italienischen Juden Abraham Farissol (1451-1525) geschrieben wurde, ist als das erste auf Hebräisch verfasste geografische Werk bekannt. Während in Gebieten mit jüdischen Gemeinden und verlorenen Judenstämmen auf der ganzen Welt der Schwerpunkt liegt, ist es auch das erste Mal, dass ein hebräisches Buch das neu entdeckte Amerika erwähnt.
Unsere Ausgabe aus dem Jahr 1793 ist insofern einzigartig, als sie wunderschön illustrierte Bilder des nichtjüdischen Künstlers und Graveurs Anatole Balzer (1771-1807) enthält.

Ein historisches Dokument des Breslauer Seminars

Die Widmung: „Mincha ist ein gesendetes Andenken an die Liebe. Zu seinen Ehren der Rabbiner Zecharia Frankel ha-Levi“ von seinen Mitbrüdern Jacob Barnays, Zvi Graetz, Moshe Leib Deutch, Sacharja Jöel, Baruch Zuckermann. Breslau, Montag 11 zum Omer, 1857″

Eine schöne Ausgabe von Maimonides‘ monumentalem Buch „Mischne Tora Ha-yad ha-chazaka“, das 1702 in Amsterdam veröffentlicht wurde, enthält ein historisches Dokument zwischen seinen Seiten.
Eine handschriftliche Widmung an Zechraja Frankel (1801-1875), den Gründer des Breslauer Seminars, der als Vater des jüdischen Konservatismus bekannt ist, von nicht weniger als fünf Lehrern des Seminars, von denen jeder selbst eine herausragende Persönlichkeit ist: der Philosoph und Talmudforscher Jacob Bernays (1824-1881), der im Seminar die klassische Philologie unterrichtete; Heinrich (Zvi) Graetz (1817-1891), weltberühmter Historiker und Autor der monumentalen „Geschichte der Juden“; Mathematiker, Talmudforscher und Bibliothekar der Breslauer Seminarbibliothek Baruch (Benedikt) Zuckermann (1818-1891); einflussreicher Rabbiner, religiöser Philosoph und Talmudforscher Manuel (Sacharja) Jöel (1826-1890). Die Widmung zeigt, dass dieses Buch Frankel für sein 25-jähriges Jubiläum als Lehrer geschenkt wurde. Es ist davon auszugehen, dass Frankel dieses Buch vor oder nach seinem Tod an die Bibliothek des Seminars geschenkt hat.

Mischne Torah ha-Yad ha-Chazaka , Amsterdam, 1702

Hier beginnt unsere Reise durch die Sammlung

Eliʻezer Belin Ashkenazi : „Sefer Evronot“  Offenbach, 1722 Breslauersammlung signautur BH686

Im Keller der ICZ-Bibliothek verbirgt sich ein Schatz von 6000 Büchern. Diese Bücher sind Teil der theologischen Seminarbibliothek von Breslau, die zwischen 1854 und 1938 bestand. Während des berüchtigten November-Pogroms würden sowohl das Seminar als auch seine wertvolle Bibliothek niedergebrannt.
Von den 40.000 Büchern, die die Bibliothek besass, überlebten nur etwa 11.000, von denen die meisten verschwanden oder in andere Bibliotheken integriert wurden. 6.000 Bücher kamen in die Schweiz und wurden mehr als 50 Jahre in geschlossenen Kisten aufbewahrt.
Die ICZ-Bibliothek hatte es sich zur Aufgabe gemacht, diese Bücher endlich ans Licht zu bringen. Es wurde ein spezieller Raum für die Sammlung gebaut, und alle Bücher durchlaufen derzeit einen Katalogisierungsprozess, an dem wir Sie zur Teilnahme einladen möchten.
Jeden Monat veröffentlichen wir hier einen Beitrag über ein einzigartiges Buch, das uns begegnet ist. Wir bringen Fotos, interessante Zitate und Texte mit, die wir finden, um Ihnen einen Einblick in diese einzigartige Sammlung seltener jüdischer Bücher zu geben.
Die Bücher der Sammlung reichen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, jedes hat eine einmalige Geschichte, eine einzigartige Signatur oder Stempel, jedes ist ein Holocaust-Überlebender, der seine Geschichte zwischen seinen Seiten mit sich trägt.
Wir laden Sie alle ein, an unserer Reise teilzunehmen, und begrüssen Ihre Kommentare und Gedanken von ganzem Herzen.