Ein Baum aus Worten

Wachsende Verse in Baumgestalt zur verherrlichung des R. Jacob Tam. Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars „Fraenckel´scher Stiftung“, Breslau 1888.

David Rosin (1823–1894) war jüdischer Theologe, Lehrer und Übersetzer. Er war einer der hervorragenden Studenten des Breslauer Seminars und kehrte zwanzig Jahre nach seinem Abschluss als Lehrer und Nachfolger von Emanuel Joël, einem der Gründerväter des Seminars, an seinen Studienort zurück. 1888 trug er mit einer Übersetzung zahlreicher Gedichte von Rabbi Ibn Esra zum Jahresbericht des Seminars bei.  Dabei stellte er seiner deutschen Übersetzung jeweils das hebräische Original gegenüber.
Das Gedicht, das wir Ihnen hier präsentieren, ist Rabbenu Tam (Jacob ben Meir Tam) gewidmet, einem Freund von Ibn Esra und Enkel des grossen Raschi. Ibn Esra hatte oft mit Formen von Wörtern und Sätzen gespielt und es wurde sogar gemunkelt, dass er Rabbenu Tam einmal gezeigt hätte, wie man aus Wörtern einen Golem erschaffen könne. Die Worte des vorliegenden Gedichts sind kunstvoll in der Form eines Baumes dargestellt; Rosin ist es gelungen, die Form des Baums auch in seiner deutschen Übersetzung beizubehalten. Der Baum hier repräsentiert den herausragenden Mann (Rabbenu Tam), der „in seinem Geiste und seiner reichen Gelehrsamkeit einen ganzen Garten schöpferischer Gedankensprossen [birgt]“.

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